Ratgeber · Bodenschutz

Bodenschonende Forstarbeit: Warum das Gewicht der Maschine zählt

Ferngesteuerte Forstraupe Moritz FR 75 mit Forstmulcher im Wald, daneben der Bediener mit Funksteuerung

Waldboden ist das Fundament jedes Bestands. Er speichert Wasser, versorgt die Wurzeln mit Luft und steckt voller Leben. Fährt eine schwere Maschine darüber, kann das alles für Jahrzehnte aus dem Gleichgewicht geraten. Genau deshalb setzen wir bei Folatec auf leichte, ferngesteuerte Technik.

Was eine schwere Maschine mit dem Boden macht

Unter dem Gewicht wird der Boden zusammengepresst. Dabei gehen vor allem die Poren verloren, über die Wasser versickert und Luft an die Wurzeln kommt. Besonders empfindlich sind feine und nasse Böden.

Das ist kein Einzelfall: In Baden-Württemberg fanden sich an rund 30 % der untersuchten Waldinventurpunkte Verformungen im Boden, die sehr wahrscheinlich vom Befahren kommen.[1] Und es geht schnell. Schon vier Überfahrten mit einer 26 t schweren Forstmaschine reichen, damit der Boden kaum noch Luft und Wasser durchlässt, weniger als ein Zehntel vom Ausgangswert.[2]

Warum sich der Boden so schwer erholt

Frost, Wurzeln und Bodentiere lockern die oberste Schicht mit der Zeit zum Teil wieder auf. Je tiefer die Verdichtung aber reicht, desto länger dauert es. Bis sich ein Boden vollständig erholt hat, vergehen meist mehrere Jahrzehnte.[3]

Rückegassen: Gefahren wird nur auf festen Linien

Deshalb fahren Forstmaschinen nur auf festgelegten Rückegassen. Auf empfindlichen Böden und an Hängen über 30 % Neigung liegen diese in Baden-Württemberg 40 m auseinander. So wird nur noch rund 10 % der Fläche befahren.[4]

Der Haken: Der Kran eines Harvesters oder Forwarders reicht nur etwa 10 m weit.[4] Zwischen den Gassen bleibt also ein breiter Streifen, an den er nicht herankommt. Dort muss das Holz mit der Seilwinde an die Gasse gezogen werden, die sogenannte Seilvorlieferung.[4]

Hier kommen wir mit dem Moritz ins Spiel

Genau für solche Aufgaben haben wir unsere ferngesteuerte Forstraupe, den Moritz FR 75. Er wiegt nur rund 1,4 t und verteilt dieses Gewicht über ein breites Gummiraupenfahrwerk. Eine Raupe liegt mit deutlich mehr Fläche auf dem Boden auf als Räder.[5] Genau deshalb kommt der Moritz auf einen Bodendruck von gerade mal 0,28-0,33 kg/cm².[6]

Zum Vergleich: Ein Mensch kommt auf rund 0,34 kg/cm², ein Pferd sogar auf rund 1,7 kg/cm².[7] Der Moritz belastet den Boden also ähnlich wie ein Mensch, der darüber läuft. Eine schwere Forstmaschine bringt es dagegen auf rund 2,4 bis 3,3 kg/cm²,[2] also etwa zehnmal so viel.

Was wir mit dem Moritz für Sie übernehmen

Weil der Moritz so leicht ist und per Funk gesteuert wird, kommen wir dorthin, wo schwere Maschinen nicht hinsollen oder nicht hinkommen:

  • Vorlieferarbeiten: Mit der Seilwinde (bis 6 t Zugkraft) ziehen wir das Holz aus den Zwischenfeldern an die Rückegasse.
  • Säen und Pflanzen: Wir bereiten Flächen für die Pflanzung vor und pflegen junge Kulturen, ohne den Boden großflächig zu befahren.
  • Ausgleichsflächen und Biotope: Wir mulchen und mähen so schonend, dass die Grasnarbe erhalten bleibt.
  • Steilhänge und Böschungen: Am Hang sichern wir den Moritz mit der Traktionswinde und arbeiten auch in steilem Gelände sicher.

Sie möchten selbst ran? Den Moritz können Sie bei uns auch mieten.

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Häufige Fragen zur bodenschonenden Forstarbeit